Alle Beiträge von Milena

Nicht immer nur Fischen!

Ihr habt euch sicher schon gefragt, warum wir so oft immer fischen gehen und ob es uns nicht langweilig wird!? Aber das ist eigentlich ein falsches Bild, denn «wir» gehen nicht angeln, nur «sie» gehen angeln. Und was machen wir, Lynn, Mami und ich? Also als erstes – nur damit das klargestellt ist – mich ärgert es, dass Sil und Steff fast den ganzen Tag eine Lücke im Programm suchen, um mit ihren Angelruten zum See, Fluss oder Meer flüchten zu können. Man könnte das Angeln bei ihnen schon fast als Sucht bezeichnen. Lynn sieht es ähnlich: Sie findet es unfair, dass die beiden Jungs immer ihrem Hobby nachgehen können, aber sie selber zum Beispiel nicht Einrad fahren kann, weil ihr Einrad nicht einmal dabei ist. Mami stört es nicht so fest, weil dann hat sie auch mal ihre Ruhe. Und auch ich geniesse manchmal diese freie Zeit, denn dann hält mich nichts davon ab, meine Gedanken in einem Zentangle-Bild einzufangen und aufzuzeichnen. Ich kann das machen, wozu ich gerade Lust und Laune habe: Lesen, Zeichnen, Tagträumen, Basteln… Schlussendlich ist es eigentlich gar nicht so schlimm, wenn die Jungs angeln gehen, denn so kommen wir zu einem leckeren Znacht. Trotzdem würde ich lieber mit der ganzen Familie gemeinsam etwas unternehmen.

Text: Milena
Video: Milena & Steff

 

Regen in Sevilla

Wir sitzen müde und hungrig in der Bar «Citroen». Uns steigt der leckere Geruch von Schokoladenbrötchen und heissem Kaffe in die Nase. Hinter der halbrunden Bartheke wuselt das Servierpersonal herum. Die Männer und eine Frau in schwarzer Uniform rufen sich auf Spanisch Dinge zu, hantieren an der Kaffeemaschine und räumen frische Tassen ins Gitter. Wie nebenbei bedienen sie die Gäste. Wir fünf grummeln rum und haben Hunger. Wir sind heute ohne Frühstück losgeradelt, weil wir vor dem grossen Regen etwas von der Stadt sehen wollen. Wieso kümmert sich niemand um unsere Wünsche? Papa merkt schnell, wie es in Sevilla zu funktionieren scheint: Man darf nicht warten, bis jemand aufschaut, sondern muss einfach die Bestellung hinter die Theke rufen. Und schon kommen unsere heissen Schokoladen, der Kaffee und die Schokobrötchen. Besonders lecker ist das Toastbrot mit Käse, auf das man Olivenöl träufelte.
Was flattern denn diese Spatzen hier in der Bar herum? Sie sind durch die Tür hereingeflogen und suchten nach Brotkrumen. Sie schütteln ihr tropfnasses Gefieder. Einer fliegt sogar bis in die Küche. Leute kommen herein und hängen ihre Regenjacken zum Trocknen an die Haken. Man hat das Gefühl, ganz Sevilla nimmt eine kalte Dusche! Die Türe schlägt auf und ein triefnasser Mann schiebt sogar sein Bike mit in die Bar. Darf dieses nicht nass werden, oder hat der Mann kein Veloschloss dabei?
Draussen eilen Leute umher und suchen ein trockenes Plätzchen. Wir entdecken einen Mann, der jedem einen Regenschirm verkaufen will. Heute muss der Kohle machen! Aber wie verdient er wohl bei schönem Wetter sein Geld? In voller Regenmontur radeln wir zurück zum Camper.

Text: Milena
Video: Steff & Milena
Musik im Video: Heroes del Silencio – La lluvia gris (Der graue Regen)

Die Katzen von Cadaqués

katzen

Als wir nach unten ans Meer gingen, fiel uns allen auf, dass es hier auf dem Camping wie auch unten in der Stadt sehr viele streunende Katzen gibt. Warum wohl? Und was passiert mit diesen Katzen?
Wie sich herausstellte, leben diese Katzen hungernd und in  Not,  und kämpfen gegeneinander um das Futter, das sie in Mülltonnen finden. Dabei verletzen sie sich auch. Einige Katzen, die wir sahen, hatten nur noch ein Auge oder einen Riss im Ohr. Doch jemand mit einem grossen und weichen Herzen sieht es nicht so, wie alle anderen Leute, dass nämlich diese Katzen Abscheu und Plage sind, und dass man sie abschaffen sollte. Nein, eine alte Frau denkt anders. Wieso sollte man das Leben eines Tieres auslöschen und das eines Menschen nicht? Deshalb macht sie sich jeden Abend auf, um die Katzen zu füttern – zur selben Zeit und am selben Ort. Die Katzen kennen sie und kommen auch, in Scharen. Sie lassen sich streicheln und sehen sehr zufrieden aus. Den ganzen Tag über haben sie schon darauf gewartet, dass ihre treue Menschenfreundin wieder etwas zu essen bringt. Wenn die Frau wieder kommt, und eine der kleinen Freundinnen fehlt, ist sie traurig und weint, denn sie weiss, dass diese nie wieder kommen wird.

Milena