Mille couleurs bleu


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Es gibt Leute, die behaupten blauer Himmel sei langweilig. Blau, welches meinen denn diese Leute? Das Blau in der gleissenden Mittagssonne, im Sommer, im Winter? Am Meer oder in den Bergen? In der Wüste oder über Graslandschaften?

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Das Blau an der französischen Riviera, das ihr auf Französisch sogar den Namen verliehen hat? Azurblau an der Côte d’Azur von dem alle schwärmen?

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Das Blau, das sich hinter den Pinienkronen in einer tiefblauen Färbung vom Dunkelgrün abhebt?

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Oder das Blau, das sich schlagartig und unheilverkündigend in violett verwandelt, wenn die Blitze des herannahenden Gewitters den Himmel erleuchten lassen.

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Oder etwa das Blau, das an einem perfekten Wintertag in den Bergen den Mont Blanc umspielt, um sich bei Sonnenuntergang in ein kitschiges Bild, durchzogen von zartrosa Streifen, zu verwandeln?

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Oder vielleicht das warme Hellblau über den gelben Sandbänken vom Bassin d’Arcachon, am Vormittag sanft leuchtend, am Mittag strahlend und am Abend übergehend in ein sattes dunkleres Blau. Das wiederum sich mit dem Gelb der Sonne vermischt und in Streifen in allen Varianten von gelb über orange und rot, zu violett wird und wieder ins Nachtblau übergeht, langsam kaum wahrnehmbar, sich von Minute zu Minute verändernd.

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Oder doch das nordische Blau, das in Skagen seit Jahrhunderten Maler inspiriert und so klar und beruhigend sogar erklärte Südenliebhaberinnen wie mich bezaubert.

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Und wer jetzt immer noch behauptet blau sei gleich blau, der hat noch nie die letzten Augusttage und den Beginn des Septembers in Nizza erlebt. Von einem Tag auf den anderen legt sich ein seidiger Schleier über das Blau, welches das Licht und die Geräusche dämpft und mit seiner Ruhe den süssen Herbst einläutet, das gleissende Licht des hellblauen Sommerhimmels der Vergangenheit übergebend.

Blauer Himmel gehört zu den spannendsten Phänomenen überhaupt, geprägt durch Variationen von Tageszeiten, Jahreszeiten und Landschaftsformen. Blau ist wunderbar, blau ist synonym für schön und lässt mit seinem Zwilling dem Sonnenlicht alle Landschaften in ihrer prachtvollsten Schönheit erstrahlen. Blau ist Balsam für die Seele.

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Ein Gedanke zu „Mille couleurs bleu“

  1. Deine Bilder, liebe Nadine, mit dem Thema „blau“ sind wunderbar und die Texte dazu sehr poetisch, gefallen mir gut.
    Es gibt den dichterischen Begriff „Die blaue Stunde“ sie ist die Zeit der Dämmerung: „Lasst uns die blaue Stunde im Garten verbringen und dem Gesang der Vögel lauschen.“ Für euch: „Lasst die blaue Stunde am Strand im Sand verbringen und dem Gekreisch der Möwen lauschen!“ Weiterhin viele blaue Erlebnisse auf dem blauen Planeten! Gute Rückfahrt wünscht euch allen. PA

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