Eigentlich wollte ich angeln gehen…

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«Mini Apps sind alli inere Box», was sagt dir dieser Satz? Oder war es «Alli mini Apps sind inere Box»? Irgendwie so lautete der Handy-Sperrcode von einem unserer Kinder. Nein, wir verraten hier nicht, von welchem. Aber er/sie war wohl besonders stolz darauf, herausgefunden zu haben, wie man das Iphone nicht nur mit einem vierstelligen Zifferncode, sondern mit einem x-stelligen Ziffern- und Buchstabencode sperren kann. Ja genau: sperren. Nach sechsmaligem Falschcode muss man drei Minuten warten, bis man wieder probieren darf. Danach eine Viertelstunde und dann grad eine volle Stunde. Die sassen wir gemeinsam ab – «Fascht e Familie!». Oder hat er/sie «innere Box» doch mit zwei «n» geschrieben? Nein, leider wieder falsch. Verdammt, eigentlich wäre ich heute gerne mit dem Boot bis zum Cap Creus rausgetuckert, um zu angeln. Ok, Regen und Wind gaben diesem Vorhaben nicht gerade den Turboschub. Umso mehr dödelte meine Papi-Laune langsam aber sicher die Kellertreppe hinunter.

Der Live-Chat mit der netten Anna von Sunrise brachte nix. Das Problem habe mit Apple zu tun, nicht mit Sunrise. Die Erlösung brachte dann das Youtube Tutorial eines findigen Luxemburgers: Ein Verbindungskabel an einem Computer mit Itunes einstecken, Handy ausschalten, den Home-Button gedrückt halten und gleichzeitig den Stecker handyseits einstecken. Wir halten den Atem an. «Pling!», meldet sich Itunes auf dem Compi: Das Gerät lasse sich «wiederherstellen». Aber wie wir alle wissen, bedeutet «wiederherstellen» bei Apple «auf Werkzustand zurücksetzen» und nicht so wiederherstellen, wie es vor dem Problem war. Heisst: Die Apps sind nicht mehr in besagter Box, keines mehr. Und die Kontakte sind auch gelöscht. Jä nu, Hauptsache, das mit dem Code kriegen wir hin. Beim zweiten Versuch klappts – Luxemburgerli sei Dank.

Und er/sie hat dann auf dem wiederhergestellten jungfräulichen Iphone flugs einen eingängigeren Handy-Sperrcode gewählt: «Wir sind mit dem Camper unterwegs nach Barcelona und das Wetter wird langsam wieder besser», den kann man sich merken, oder?

Steff

Die Katzen von Cadaqués

katzen

Als wir nach unten ans Meer gingen, fiel uns allen auf, dass es hier auf dem Camping wie auch unten in der Stadt sehr viele streunende Katzen gibt. Warum wohl? Und was passiert mit diesen Katzen?
Wie sich herausstellte, leben diese Katzen hungernd und in  Not,  und kämpfen gegeneinander um das Futter, das sie in Mülltonnen finden. Dabei verletzen sie sich auch. Einige Katzen, die wir sahen, hatten nur noch ein Auge oder einen Riss im Ohr. Doch jemand mit einem grossen und weichen Herzen sieht es nicht so, wie alle anderen Leute, dass nämlich diese Katzen Abscheu und Plage sind, und dass man sie abschaffen sollte. Nein, eine alte Frau denkt anders. Wieso sollte man das Leben eines Tieres auslöschen und das eines Menschen nicht? Deshalb macht sie sich jeden Abend auf, um die Katzen zu füttern – zur selben Zeit und am selben Ort. Die Katzen kennen sie und kommen auch, in Scharen. Sie lassen sich streicheln und sehen sehr zufrieden aus. Den ganzen Tag über haben sie schon darauf gewartet, dass ihre treue Menschenfreundin wieder etwas zu essen bringt. Wenn die Frau wieder kommt, und eine der kleinen Freundinnen fehlt, ist sie traurig und weint, denn sie weiss, dass diese nie wieder kommen wird.

Milena

Alles Gschlüdderig


War gar nicht so einfach, zum heutigen Tag ein Thema zu finden. Eigentlich fuhren wir den ganzen Nachmittag nur enge und kurvige Passstrassen, stiessen beinahe mit einem Reisebus zusammen – um dann das senkrechte Tobel hinunter zu stürzen und zerschellen. Aber eben: nur fast. Zum Glück, klar, aber dafür gibt’s dann eben nicht viel zu schreiben. Die Grenze zwischen Frankreich und Spanien ist nur noch ein abgetakteltes Douane-Häuschen mit versprayten Fassaden und blinden Fensterscheiben – gibt auch nix her für einen Beitrag…
Silvans nächtlicher Fang im Fischerhafen von Cadaquèz – wenige Meter neben dem Haus von Salvador Dalì – der hat’s dann doch noch rausgerissen. Und plötzlich passt alles zusammen, fügt sich ins Thema wie das letzte Puzzleteilchen ins Bild: Die Austern, der Kuss in Leucate, wo Nadine und Steff sich vor 27 Jahren kennengelernt hatten (kennengelernt, nicht verliebt, das kam dann später) – und eben: Silvans Pussy, eine richtige Octo-Pussy.
Ah ja, cool übrigens, der Groove in diesen Austernbeizchen am Kanal von Leucate. Er serviert sie in hohen Gummistiefeln an die netten Tischchen draussen. Kommen vom Aquarium direkt auf den Teller. Kanalseits riesige Haufen leerer Schalen und Stapel von schwarzen Plastiknetzen für die Zucht im Etang. Auf der anderen Strassenseite leert ein Gabelstapler die Abfälle aus den Zuchtcontainern in eine Mulde. Echte Schnittstelle zwischen Produktion und Gastro-Tourismus. Ging eigentlich noch mit dem Gestank – dank der böigen Tramontane.

Jackpot geknackt


„Ich freu mi scho mega ufs Münzeabelahis“, sagt Lynn als wir auf den Campingplatz in Saintes-Maries fuhren. Wir alle redeten seit Tagen davon. Im Touristenstädtchen im Rhonedelta gibt es ein kleines Casino, in das wir schon seit Jahren immer wieder kommen. Heute hatten wir besonderes Glück. Denn wären wir zehn Minuten später gekommen, hätte der Besitzer den Laden schon dicht gemacht. Doch wir bekamen unsere Jetons für 30 Euros. Denn er ahnte nicht, dass es noch ein Weilchen dauern könnte, wenn wir am Automaten waren. Es gibt immer so Preise, die man gewinnen konnte, indem man beim Automaten so Punkteplaketten bekommt. Immer wenn es eine Wächte aus Münzen gibt und darauf viele Plaketten liegen, dann steigen die Emotionen sehr schnell. Es ist ein Mischgefühl aus Freude und Stress, ob die Wächte nun runterfällt oder nicht. Und wenn sie dann runter fällt, dann freut man sich riesig und das Rasseln der Münzen, die den Automaten herunterfallen, geben auch immer das super Gefühl „Wir gewinnen!“ Doch die Münzen können auch auf der Seite herunter fallen und nicht zu einem kommen, dann steigt der Stress und die Nervosität, ob die Münzen reichen.
In all den Jahren, die wir nun hierher kommen, haben wir unsere Technik richtig ausgefeilt. Wir spielen nur an einem einzigen Automaten und leeren diesen als 3er-Team. So wie die Löwen, die jagen auch im Rudel. Der Besitzer wurde langsam nervös. Er spielte mit seinem Schlüsselbund und begann aufzuräumen. Er wollte nach Hause. Doch ich bemerkte das alles nicht, ich war so im Münzenfieber. Doch irgendwann stand er bei uns am Automaten und sagte: „So etwas hab ich noch nie gesehen. Dass Kinder zusammen einen ganzen Automaten leeren – das schaffen sonst nur die Spielsüchtigen hier!“ Irgenwann vergass er sogar, das er nach Hause zum Essen wollte und fieberte mit. Ich sah ab und zu mal zu Mama, die unsere Plaketten hielt. Es wurden immer mehr und mehr. Irgendwann lehrte sich unser Automat und es waren nur noch Münzen darin und keine Plaketten mehr. Deshalb mussten wir den Automaten wechseln. Jetzt waren schon etwa Dreiviertelstunden vergangen. Langsam wurde unser Jetonvorrat immer kleiner und wir merkten, dass es bald zu Ende ging. Ein bisschen Trauer überkam uns , dass wir aufhören müssen. Denn wir waren so im Fieber, dass wir die ganze Nacht hätten durchspielen können. Aber es ist wie beim Fischen: Irgendwann ist es immer fertig. Nächstes Jahr kommen wir wieder.

Text: Silvan
Video: Steff

Nochmals Glück gehabt


Bei Freunden von meinen Eltern haben Laura, Milena und ich eine Show gemacht. Beim üben ist niemandem etwas passiert, nur ein bisschen Sand ist mir in die Hose gegangen. Unsere Eltern haben wir erst geholt, als wir uns ausgeruht haben. Am Schluss von der Übung, ist es passiert. Ich musste auf einen Oberschenkel von Milena stehen und auf einen Oberschenkel von Laura. Dann habe ich das Gleichgewicht verloren und bin nach hinten gefallen. Voll auf meine Hand. Zuerst haben wir gedacht es sei gebrochen, aber dann haben wir gemerkt: Wenn es gebrochen wäre, hätte es noch mehr wehgetan.
Also nochmals Glück gehabt.
Text: Lynn
Video: Silvan

Le Mistral

 

Es ist eine wunderschöne Aussicht in Rochefort-du-Gard. Da sind Felsen und Bäume. Es war ein langer Spaziergang aber es hat sich gelohnt zu gehen. Zuerst gingen wir nur der Strasse entlang dann über die Felder.
Der Wind ist etwas sehr Schönes und ein Zeichen des Lebens. Alles bewegt sich, die Bäume, das Gras, Blumen und Haare, was auch nervig sein kann(ihr Mädchen ihr wisst glaub ich alle was ich meine (-; ) Der Wind ist überall, aber trotzdem finden wir ihn manchmal nirgends, denn er ist ein sehr guter Versteckspieler, der Wind.
Text: Milena
Video: Steff